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Singapur: EU-Digitalpakt soll „alle Bereiche“ der bilateralen Zusammenarbeit umfassen


Die digitale Partnerschaft zwischen der EU und Singapur bietet einen „umfassenden Rahmen“ für die Zusammenarbeit in zahlreichen Bereichen der grenzüberschreitenden Digitalwirtschaft - darunter elektronische Zahlungen, Datenflüsse, 5G, künstliche Intelligenz sowie digitale Identitäten.

Singapur und die Europäische Union (EU) haben ein Partnerschaftsabkommen unterzeichnet, um die Zusammenarbeit in zahlreichen Bereichen der grenzüberschreitenden Digitalwirtschaft zu fördern. Dazu gehören digitale Zahlungen, vertrauenswürdige Datenströme, 5G, künstliche Intelligenz (KI) sowie digitale Identitäten.

Laut einer gemeinsamen Erklärung, die am Mittwoch vom singapurischen Ministerium für Handel und Industrie, dem Ministerium für Kommunikation und Information sowie der Infocomm Media Development Authority veröffentlicht wurde, bietet die EU-Singapur-Digitalpartnerschaft „einen umfassenden Rahmen für alle Bereiche der bilateralen digitalen Zusammenarbeit“ zwischen den beiden Partnern.

Die Vereinbarung umfasst außerdem Bemühungen zur Förderung der digitalen Weiterbildung von Arbeitnehmern sowie zur digitalen Transformation von Unternehmen und öffentlichen Dienstleistungen.

Im Zuge der Formalisierung der Partnerschaft unterzeichneten beide Seiten am Mittwoch auch die EU-Singapur-Digitalhandelsprinzipien, die den Weg zu einem rechtlich bindenden Digitalhandelsabkommen zwischen Singapur und der EU ebnen. Die Handelsprinzipien werden den grenzüberschreitenden Datenfluss erleichtern, Kosteneinsparungen durch den Einsatz elektronischer Dokumentation und Authentifizierung ermöglichen sowie den Verbrauchern einen besseren Schutz bei Online-Käufen bieten.

Die beiden Partner werden Pilotprojekte im Bereich Digitalisierung sowie Anerkennung von Handelsverwaltungs- und Geschäftsdokumenten sowie im Bereich elektronische Rechnungsstellung entwickeln, um Transaktionen zu vereinfachen und die Kosten für Unternehmen zu senken.

Regierungsvertreter beider Seiten werden nun versuchen, die Zusammenarbeit weiter auszubauen - insbesondere im Austausch bewährter Verfahren sowie bei der Entwicklung von Projekten in verschiedenen Bereichen wie der Regulierung von Künstlicher Intelligenz, grenzüberschreitenden digitalen Transaktionen und digitalen Identitäten. Zudem sollen die Bemühungen die digitale Transformation der jeweiligen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) unterstützen.

Darüber hinaus wird die bilaterale Zusammenarbeit im Bereich digitaler Infrastrukturen auch Rechenzentren sowie Unterseekabel für die Telekommunikation umfassen, da diese für die Gewährleistung der grenzüberschreitenden Vernetzung von entscheidender Bedeutung sind. Beide Seiten werden außerdem die Entwicklung und Einführung von 5G-Technologien durch konkrete Anwendungsfälle sowie mögliche Zusammenarbeit bei Forschungs- und Entwicklungstests vorantreiben.

Im Bereich der Cybersicherheit werden Singapur und die EU weiterhin bei Sicherheitszertifizierungen und -standards zusammenarbeiten, einschließlich der gegenseitigen Anerkennung, wo immer dies angebracht ist.

Beide Seiten werden außerdem Informationen über die Halbleiterlieferkette austauschen, um mögliche Störungen vorherzusehen, sowie bei der Forschung und bei Cybersecurity-Tests für Halbleiter zusammenarbeiten.

S. Iswaran, singapurischer Minister für Handelsbeziehungen, sagte: „Die EU-Singapur-Digitalpartnerschaft stärkt die Vernetzung und Interoperabilität zwischen den Digitalmärkten der EU und Singapur. Sie wird es unseren Bürgern und Unternehmen ermöglichen, digitaler und kostengünstiger Geschäfte abzuwickeln.“

Er fügte hinzu, dass die digitalen Handelsprinzipien „Rechtssicherheit“ für den grenzüberschreitenden digitalen Handel zwischen beiden Seiten gewährleisten würden.

Singapur, das seit November 2019 ein Freihandelsabkommen mit der EU hat, zählt die EU weltweit zu seinen viertgrößten Handelspartnern für Waren; im Jahr 2021 belief sich der bilaterale Handelsumsatz auf 102 Milliarden Singapur-Dollar (77,57 Milliarden US-Dollar).

Die EU ist außerderdem der zweitgrößte ausländische Investor und der zweitgrößte Handelspartner Singapurs im Dienstleistungsbereich; der bilaterale Handel mit Dienstleistungen beläuft sich auf über 67 Milliarden Singapur-Dollar. Sie ist das wichtigste Auslandsinvestitionsziel für Singapur.

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